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Views (Lexikon)

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Views (=Sichten) sind unterschiedliche (An-)Sichten auf die Daten. In deutschen SQL-Dokumentationen findet man daher anstatt des Begriffs „View“ oft den Begriff „Sicht“. Normalerweise sind die Daten in einer festen Struktur im Datenbankserver vorhanden. Bei EULANDA® besteht beispielsweise eine Artikeldatei aus der Artikelnummer, dem Matchcode, den Texten, den Preisen und anderen Feldern. Eine andere Sicht auf diese Tabelle könnte beispielsweise aus einer Untermenge der wirklichen Felder bestehen – also z.B. aus nur der Artikelnummer und dem VK-Preis; aber auch eine Kombination aus verschiedenen Tabellen ist möglich. So kann eine Sicht die MwSt-Tabelle, Erlös-Tabelle und die Artikeltabelle miteinander kombinieren und nach außen als eine gemeinsame neue Tabelle darstellen. Alle diese Kombinationen erlauben einen flexiblen Aufbau des Programms.

Bei Sichten (=Views) speichert der SQL-Server nicht die Originaldaten um oder legt eine neue Datei an, sondern bildet diese Sicht auf Anforderung des Clients „on the fly“. EULANDA® oder jede andere Anwendung wie Excel, Word oder ein externer Druckgenerator, können auf Sichten zugreifen, wie auf „normale Tabellen“.

Da Views im SQL-Server kleine Programme sind, die die Daten zusammenstellen, kann eine Sicht auch zusätzliche Felder enthalten, also Felder, die nicht in den Originaldaten enthalten sind. Dies könnten berechnete Felder sein, also Felder, die sich aus vorhandenen Feldern erst ergeben (Gesamtpreis = Menge x Einzelpreis), aber auch aus ganz anderen Tabellen der gleichen Datenbank kommen können. Ein Beispiel sind die „Offenen Posten“. Hier werden aus verschiedenen Tabellen die Informationen verglichen und neu zusammengestellt. Ein offener Posten ist eine Rechnung, zu der alle Zahlungen aus der Zahlungstabelle der betreffenden Rechnung zusammengezählt werden und in Abstimmung mit dem Rechnungskopfsatz gebracht werden. Ist die Summe aller Zahlungen nicht identisch mit dem Rechnungsbetrag, so ist die Rechnung offen. In diesem Fall erzeugt die Sicht einen Datensatz aus allen notwendigen Feldern, wobei der Kopfsatz durch Felder des Adressstamms, des Währungsstamms und anderer Tabellen ergänzt wird. Die so gewonnene Sicht wird an den Client, also die EULANDA® gesendet.

Sichten haben also den Vorteil, dass der Client bzw. die EULANDA® es einfacher hat, in genormter Weise auf Daten zuzugreifen. Erst hierdurch kann man es Fremdanwendungen leicht ermöglichen, ohne Kenntnis der internen komplexen Zusammenhänge auf aufbereitete Strukturen zugreifen zu können.

Ein wesentlicher Vorteil von Sichten ist es hierbei, dass sie helfen, Redundanzen zu vermeiden. Alle benötigten Informationen bestehen in guten Systemen nur einmal und werden über Sichten wunschgemäß und bedarfsorientiert zusammengetragen.

EULANDA® unterstützt durch verschiedene Sichten ein Schichtenmodell. Zu Originaltabellen, wie Artikel, Adressen, Rechnungen usw., gibt es MASTER-Sichten. Diese enthalten Zusatzinformationen, die aus oft benötigten Feldern errechnet und mit Informationen aus anderen Tabellen zusammengestellt werden. Die MASTER-Sichten sind für das normale Arbeiten zu komplex und unhandlich. Aus diesem Grund werden von ihnen Untersichten für die jeweilige Aufgabe abgeleitet. Ein Beispiel sind die PRINT-Sichten. Diese enthalten eine Untermenge von Daten aus Feldern der MASTER-Sicht. Wenn Sie eigene PRINT-Sichten ableiten, um beispielsweise Zusatzfelder einzubinden, oder gar Daten aus externen Dateien einbinden möchten, sollten Sie immer die PRINT-Sicht ableiten. Die PRINT-Sicht wird nach Möglichkeit bei Updates kompatibel gehalten, was bei den aufwendigen MASTER-Sichten nicht immer der Fall sein wird.