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EDIFACT-Datenaustausch nach EANCOM® (optional)

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Allgemein

Unter dem allgemeinen Begriff EDI (=Electronic Data Interchange) wird automatisierte Datenaustausch über Computersysteme für Geschäftsprozesse wie Bestellungen (=Orders), Rechnungen (=Invoice) usw. verstanden.

Der EDIFACT-Standard (=Electronic Data Interchange For Administration, Commerce and Transport) ist weltweit verbreitet und wird in der Kommunikation zwischen Handel und Großhandel immer wichtiger. Der Standard ist von Gremien der Vereinten Nationen entwickelt und verabschiedet worden.

Aufgrund der Komplexität des EDIFACT-Standards haben sich viele Firmen aus dem Bereich Handel und der Konsumgüterindustrie auf den EANCOM®-Subset (=Untermenge von UN/EDIFACT)  geeinigt. EANCOM (=European Article Number Communication) wurde von der internationalen EAN-Organisiation www.ean-int.org in Brüssel entwickelt und basiert auf einem Nummernsystem für die Artikel und Geschäftspartner.

Wesentlich zum Austausch im EANCOM®-Subset sind also:

  • GTIN / EAN zur Artikelidentifikation

  • GLN / ILN zur Identifikation der Geschäftspartner

Die GTIN (=Global Trade Item Number) wird hierbei als EAN (=Europäische Artikelnummer) oder mit der direkt verwandten UCC (=Uniform Code Council) als Standard-Nummerierungs-Struktur dargestellt. Es handelt sich um eine weltweit eindeutige Artikelnummer die in der Nummer selbst Teile der GLN / ILN, also der Firmenidentifikations-Nummer, beinhaltet. Diese Nummer wird allgemein auf den Handels-Verpackungen in Form eines Barcodes aufgebracht.

Weltweit gibt es über 100 EAN-Länderorganisiationen wobei die amerikanische Schwestergesellschaft seit 2002 Mitglied der EAN International ist.

Der Buchhandel verwendet zur Identifikation ISBN-Nummern. Diese lassen sich durch Voranstellen der Ziffern 978 als EAN-Nummer im EAN-13-Format darstellen, so dass es keine Kollisionen mit GLN / ILN - Inhabern gibt.

Für Inhouse-Nummern, das sind EAN-Nummern, die nicht öffentlich sind und nur in der eigenen Firma verwendet werden können, gibt es einen speziellen Nummernbereich. Diese Inhouse-EAN-Nummern beginnen mit 20 bis 29. Hierdurch wird vermieden, dass Kollisionen mit real existierenden EAN-Nummern auftreten können.

Die EAN-Nummer gibt es in verschiedenen Formaten. Neben der üblichen auf Handelsverpackungen befindlichen EAN-13 (=13-stellig) gibt es auch eine kurze Variante die EAN-8 mit 8-stelliger Artikelnummer. Diese verkürzte Variante wird vornehmlich auf Kleinstverpackungen verwendet, auf der eine EAN-13 keinen Platz hätte.

In den letzten Jahren gewinnt die EAN-128 immer mehr an Bedeutung. Dieses Format ist technisch wie der UPC-128-Code aufgebaut, fängt in der Nummer jedoch stets mit einem Symbologieidentifikator, also einem Steuerzeichen mit Namen „FNC 1“, an. Ein UPC-128 Scanner kann also auch eine EAN-128 lesen.

Jedoch unterscheidet man bei der EAN-128 nach logischen Feldtypen. Eine EAN-128-Nummer kann hier beispielsweise Gewichtsangaben, Verpackungseinheit, Verfallsdatum usw. normiert beinhalten. Diese Feldtypen auch AI (=Application Identifier) genannt, haben eine feste Bedeutung, die auch bei der GS1 nachgelesen werden kann.

Da die EAN-128 eine maximale darstellbare Zeichenlänge hat, stellt man diese Nummer je nach Anwendungsfall aus ca. 40 Feldtypen, optimiert auf die Aufgabe, zusammen. Die EAN-128 hat dadurch, dass Software unabhängig von weiteren Daten sofort erkennen kann, was die Teile der Nummern für eine Bedeutung haben, einen enormen Vorteil gegenüber allen anderen Systemen. Ein Scanner oder eine Software kann sich nun den Teil der Nummer herauspicken, der für die aktuelle Anwendung  gerade benötigt wird. Eine Kasse kann somit direkt den Preis herauspicken, während ein Kontrollscanner das Haltbarkeitsdatum an der Theke prüfen kann.

Eine GLN / ILN-Nummer (=Global Location Number / Internationale Lokationsnummer) kann in Deutschland bei der GS1 ehemals CCG (=Centrale für Coorganisation) unter http://www.gs1-germany.de beantragt werden. Auf internationaler Ebene ist die EAN International unter http://www.ean-int.org das Gremium zur Verwaltung dieser Firmennummer. Mithilfe dieser Firmennummer sind die Geschäftspartner eindeutig bezeichnet und können mit dieser Nummer, wenn diese vom Typ 2 ist,  eigene EAN-Artikelnummern bilden. Die ILN löste die bbn (=Bundeseinheitliche Betriebsnummer) im Zuge der Globalisierung ab. In Deutschland wurde der Begriff ILN vor der eigentlichen Neudefinition der weltweiten Nummer eingeführt und aus Kostengründen nicht mehr in GLN umgestellt. Dies bedeutet dass der Begriff GLN und ILN das selbe meint.

Die GLN / ILN vom Typ 1 ist eine 13-stellige Nummer, mit der ein Wirtschaftsteilnehmer eindeutig gekennzeichnet ist. Mit einer Firmennummer des Typs 1 lassen sich keine EAN-Artikelnummern erzeugen. Diese Nummern werden vornehmlich für andere Zwecke wie z.B. Partnerkennung einer Lieferadresse usw. verwendet.

Die GLN / ILN vom Typ 2 ist ebenfalls eine 13-stellige Nummer, besteht aber aus einem Basisanteil von 7 bis 9 Ziffern zur Partnerkennung und einem freien Bereich mit dem der Partner 3 bis 5-stellige EAN-Nummern erzeugen kann. Eine Firmennummer vom Typ 2 wird also vornehmlich für Hersteller oder Importeure von Waren verwendet.

Die Lizenzkosten einer GLN / ILN sind bei der GS1 zu erfragen. Hier gibt es neben einmaligen Einrichtkosten auch jährliche Kosten, welche sich unter anderem nach dem Firmenumsatz und bei GLN / ILNs vom Typ 2 auch nach der Größe des Nummernkreises richten.

Der Software Hersteller der EULANDA®-Warenwirtschaft, die EULANDA Software GmbH hat beispielsweise eine GLN / ILN 4014751000000 vom Typ 2 und könnte daraus bis zu 99.999 dreizehnstellige EAN-Nummern herstellen, wobei die letzte Ziffer stets eine berechnete Prüfziffer ist. Alle diese Artikel sind entsprechend weltweit diesem Hersteller zuordenbar.

Der Austausch der Daten erfolgt meist im X.400-Protokoll. Dies ist ein anerkanntes, systemunabhängiges Kommunikationsprotokoll, das es ermöglicht jeden an einen X.400 Dienst angeschlossenen Teilnehmer mittels einer X.400-Adresse zu erreichen. Man kann X.400 am ehesten mit einem eMail-System und dem dort benutztem SMTP-Protokoll vergleichen. Das X.400 Protokoll arbeitet jedoch nicht über das Internet, sondern ein eigenes Netzwerk.

Zur EULANDA®-Warenwirtschaft ist eine optionale EDI-Schnittstelle sowie ein EDI-Wandler erhältlich. Mit Hilfe des EDI-Wandlers können Nachrichtenarten, also Rechnungen (=Invoice), Bestellungen (=Orders) usw. im EANCOM®-Standard mit anderen Anwendern dieses Standards automatisiert ausgetauscht werden.

Zur Übertragung zum und vom Partner, z.B. der Metro, Edeka, Rewe, Markant, Amazon usw. empfehlen wir für Kunden aus Deutschland den Businessmail-Dienst (=ehemals Telebox) der T-Systems bzw. der Deutschen Telekom in Verbindung mit deren speziellem Mailsystemprogramm für den X.400Dienst „Fileworks“.

Der EDI-Wandler und das Mailprogramm „Fileworks“ werden direkt von EULANDA® angesteuert. Die T-Systems (=Deutsche Telekom) vermarktet Fileworks und die X.400-Dienstleistung unter dem Oberbegriff Businessmail bzw. Telebox400.

Maske für EDI Datenaustausch

Voraussetzungen zur Teilnahme am EDI-Datenaustausch

  • EULANDA® ab Version 2.7

  • EULANDA® EDI-Schnittstelle

  • EDI-Wandler

  • Businessmail mit X.400 Zugang (von T-Systems bzw. der Telekom)

  • Fileworks (Mailprogramm der Z-Systems bzw. Telekom)

  • Kommunikationseinheit (Modem, ISDN-Karte oder Internetzugang als TCP/IP-Gateway)

Der EDI-Wandler ist in verschiedenen Ausbaustufen über EULANDA Software GmbH erhältlich. Jeder Geschäftspartner kann somit preiswert anfangen. Neben dem Grundmodul gibt es Erweiterungen für verschiedene Nachrichtenarten wie Rechnungen (=Invoice), Bestellungen (=Orders) oder Katalogen (=Precat) sowie weitere EANCOM®-Nachrichtenarten. Für die einzelnen Kommunikationswege gibt es Devices (=Ausgabeeinheiten) wie X.400 Unterstützung, SMTP-Unterstützung und letztlich gibt es die Partner-Anbindngen (z.B.an METRO, Markant oder EDEKA usw.).

Die EULANDA Software GmbH unterstützt Sie bei der Antragstellung des X.400-Zugangs, dem Einrichten der Software „Fileworks“ sowie dem Einrichten des EDI-Wandlers. Zusätzlich ist die EULANDA Software GmbH behilflich die Testübertragungen zu den Partnern gemeinsam mit Ihnen abzuwickeln, bis hin zur automatisierten Abwicklung des gesamten EDI-Prozesses.

Bei Interesse fordern Sie bitte die EDI-Preisliste mit allen EDI-Produkten und Dienstleistungen beim Vertrieb an.

Der EDI-Wandler und die Ausgabeschnittstelle sind eigenständige Produkte und gehören nicht zum EULANDA®-ENTERPRISE-System.